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Gute Nachrichten: Familie D. darf bleiben!

Nach langem Zittern und Bangen gibt es gute Nachrichten aus Bestwig: Familie D. darf bleiben!

Gegen Ende der vergangen Woche ging bei der Ausländerbehörde des Hochsauerlandkreises das lang ersehnte Schreiben der Härtefallkommission ein. Die Härtefallkommission setzte sich in ihrem Schreiben klar für ein Bleiberecht von Edgar, seiner kleinen Schwester Emeli und seinen Eltern ein. Auch im Fall von Elina, welche derweil in Armenien bei ihrer Großmutter ist.

Hintergrund

Familie D. lebt seit mehreren Jahren in Bestwig (Hochsauerlandkreis). Edgar besuchte seither erfolgreich die Realschule in Bestwig und Elina das Berufskolleg Bergkloster Bestwig. Kurz nach ihrer Einreise in die Bundesrepublik stellte die Familie einen Asylantrag, welcher jedoch in mehren Instanzen abgelehnt wurde. Schließlich erhielt die Familie die Aufforderung, schnellstmöglich auszureisen. Dadurch, dass Elina und Edgar dieser Aufforderung nicht nachkam erfolgte am 01.03.2016 die Abschiebung. Die Eltern waren zudem Zeitpunkt zwar „vollziehbar ausreisepflichtig“, mussten dem aber nicht nachkommen, da sie Anfang 2016 ein Neugeborenes bekamen (Emeli) und in ihrem Fall noch ein Asylantrag lief. Nach einem riskanten Sprung von Edgar auf ein Parkdeck des Flughafens Köln/Bonn wurde seine Abschiebung vorläufig ausgesetzt. Elina wurde jedoch wie geplant nach Armenien abgeschoben. Zu dem Zeitpunkt der Abschiebung hatten sowohl Edgar, als auch Elina eine Ausbildungsstelle zugesagt bekommen. Außerdem wurde durch die Diakonie Ruhr-Hellweg bereits ein Härtefallantrag für die gesamte Familie gestellt. Mehr Hintergründe gibt es z.B. hier: www.sauerlandkurier.de/hochsauerlandkreis/bestwig/bestwiger-realschueler-machen-gegen-abschiebung-klassenkameraden-mobil-6172261.html

Familie D. darf bleiben

Nach langem Warten traf gegen Ende der letzten Woche die Stellungnahme der Härtefallkommission bei der Ausländerbehörde ein. Hierbei sprach sich die Kommission klar für ein Bleiberecht der Familie aus Bestwig aus. Diesem sogenannten „Ersuchen“ kam die Ausländerbehörde auch nach, sodass die Familie nun offiziell in Deutschland bleiben darf. Edgar konnte sogar schon am Montag seine Ausbildungsstelle in einer nahe gelegenen Schreinerei antreten. Für Elina konnte die Härtefallkommission jedoch leider nichts tun, da sie bereits im März nach Armenien abgeschoben wurde.

Aufhebung der Wiedereinreisesperre

Im Fall von Elina stellten wir, das KRF, einen Antrag auf Verkürzung bzw. Aufhebung der Wiedereinreisesperre bei der zuständigen Ausländerbehörde. Unseren Antrag beantwortete die Ausländerbehörde positiv unter der Voraussetzung, dass Elina ihre Abschiebungskosten in Höhe von 1.442,59 Euro bei der Kreisverwaltung begleicht. Darüberhinaus wurde bereits ein Visum zur Einreise nach Deutschland beantragt, sodass Elina ihre Ausbildungsstelle als Bauzeichnerin in einem Architekturbüro baldmöglichst antreten kann.

Welle der Hilfsbereitschaft

Die Hilfsbereitschaft von Freunden und Bekannten der Familie war in den vergangenen Monaten emenz. Insgesamt erreichten uns rund 3.000 Unterschriften und Kommentare zur Abschiebung der Familie. Allein 2.000 Unterschriften erreichten uns über unsere Online-Petition auf change.org:

 

Nicht zu vergessen ist das Engagement der Mitschüler, welche sich bereits am Tag der Abschiebung aktiv für Familie D. einsetzten und nicht tatenlos zusehen wollten (www.sauerlandkurier.de/hochsauerlandkreis/bestwig/bestwiger-realschueler-machen-gegen-abschiebung-klassenkameraden-mobil-6172261.html). Ein Dank gilt an dieser Stelle außerdem auch MdB Dirk Wiese, welcher sich ebenfalls für Familie D. eingesetzt hat und auch eine Stellungnahme an die Härtefallkommission verfasst hat.
Außerdem erreichten uns bis jetzt Spenden in Höhe von 330 Euro. Insgesamt haben wir als KRF im Fall von Edgar und Elina rund 120 Arbeitsstunden investiert. Damit wir auch zukünftig Einzelfallhilfe leisten können, sind wir auf eine Vergütung von mindestens 60 Arbeitsstunden à 10 Euro (dies ist eine Spendenempfehlung) angewiesen.

Ausblick – Wie geht es weiter?

Im nächsten Schritt werden wir uns darum kümmern, dass der Visa-Antrag von Elina zeitnah bearbeitet wird und sie ebenfalls ihre Ausbildung antreten kann. Darüberhinaus beginnen wir in den nächsten Tagen mit der Auswertung des Falls. Hierbei werden alle Unterlagen aufbereitet und auf Vollständigkeit geprüft, sodass zeitnah ein gesamter Abschluss stattfinden kann, sowie ein abschließender Bericht an alle beteiligten übermittelt werden kann.

Fakten auf einen Blick

  • Elina und Edgar sollten am 01.03.2016 abgeschoben werden
  • Edgar sprang am Flughafen und verletzte sich, sodass seine Abschiebung ausgesetzt wurde
  • Elina wurde am selben Tag noch nach Armenien abgeschoben
  • Beide hatten eine Ausbildungsstelle in Aussicht und besuchten erfolgreich die Schule
  • Zum Zeitpunkt der Abschiebung wurde für die Familie bereits ein Härtefallantrag gestellt
  • Mehr als 3.000 Menschen machten sich für Familie D. aus Bestwig stark, darunter auch Politiker, wie Dirk Wiese (MdB)
  • Die Härtefallkommission unterstützte die Forderung, dass Familie D. offiziell in Deutschland bleiben darf, die Ausländerbehörde geht dem Ersuchen nach
  • Im Fall von Elina konnte die Einreisesperre aufgehoben werden, sodass sie nun mit einem Visum wieder einreisen darf
  • Das KRF investierte rund 120 Arbeitsstunden im Fall von Familie D.
  • Aktuell wird der gesamte Fall durch das KRF ausgewertet und ein Abschlussbericht angefertigt

 


Du möchtest deine eigene Spendenaktion zu diesem Fall starten und deine Freunde um Spenden bitten? Das ist ganz einfach! Folge dazu diesem Link und in wenigen Minuten hast du deine eigene Spendenaktion: www.betterplace.org/de/fundraising-events/registration/new?project_id=42074

 

 

Ich heiße Üwen und bin Gründer, sowie Geschäftsführer des KRFs. Im Blog berichte ich euch über meine Tätigkeiten, Reisen und liefer ganz neue Infos aus der Geschäftsstelle. Ich bin nun seit mehr als sieben Jahren für die Kinderrechte im Einsatz und studiere derzeit "Angewandte Psychologie" in Köln.

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