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BLOG: Weltflüchtlingstag

Annika Fischer
Annika Fischer

Erstmals wurde der Welttag der Migranten und Flüchtlinge im Jahr 1914 von Papst Benedikt XV. mit dem Dekret Ethnografica studia unter dem Eindruck des Ersten Weltkrieges ausgerufen und wird seitdem jährlich begangen. Während viele verschiedene Länder eigene nationale Weltflüchtlingstage bestimmten (z.B. Lateinamerika den 12.Oktober, da an diesem Tag Amerika entdeckt wurde), erklärten die Vereinten Nationen im Dezember 2000 den 20. Juni zum weltweit einheitlichen Weltflüchtlingstag. Dieser soll die Öffentlichkeit wachrütteln und auf die Not jener Menschen aufmerksam machen, die aufgrund von gewaltsamen Konflikten, Menschenrechtsverletzungen oder politischer, ethnischer und religiöser Verfolgung, sowie extremen Naturereignissen ihre Heimat verlassen mussten und sich daher auf der Flucht befinden. Außerdem sollen damit Mut, Tapferkeit, Stärke und Entschlossenheit der Geflüchteten gewürdigt werden. (Quellen: bmz.de; aktion-Deutschland-hilft.de)

Heutige Bedeutung: mehr als 65 Millionen Menschen befinden sich weltweit auf der Flucht

Heute ist dieser Gedenktag wichtiger wie nie zuvor: Weltweit sind weit über 65 Millionen Menschen auf der Flucht – so viele wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr und ein Ende dieser dramatischen Lage ist zurzeit nicht absehbar. Insbesondere die Menschen im Nahen Osten erleiden eine humanitäre Katastrophe: Der Bürgerkrieg in Syrien dauert an; dort, im Irak sowie in der gesamten Region fliehen Hunderttausende vor der Terrororganisation „Islamischer Staat“. Aber auch in anderen Regionen der Welt nimmt die Zahl der Flüchtlinge zu: In Afghanistan verschlechtert sich die Sicherheitslage, Menschen fliehen vor Gewalt und Unterdrückung in Somalia, Sudan, Südsudan, Nigeria und anderswo. Die meisten Flüchtlinge, die 2016 ihr Land verließen, kamen aus Syrien (5,5 Millionen). Es folgten Afghanistan mit 2,5 Millionen und Südsudan mit 1,4 Millionen Geflüchteten. 84 Prozent fanden in Entwicklungsländern Zuflucht. (Quellen: bmz.de; aktion-Deutschland-hilft.de)

Flüchtlingsarbeit beim KRF

Auch in Deutschland ist das Thema Flüchtlinge sehr präsent und wird in den Medien, der Politik, Hilfsorganisation, sowie der Gesellschaft im Allgemeinen stark diskutiert. Auch das KRF hat in der vergangenen Zeit zunehmende (kritische) Fragen von Lesern und Journalisten bzgl. der Flüchtlingssituation erhalten, die wir in diesem Zuge gern öffentlich beantworten möchten.
Besonders häufig erreichten uns die folgenden Fragen, warum das Thema Flüchtlinge für das KRF relevant ist und ob wir aktuell einen Schwerpunkt auf dieses Thema, bzw. internationale Hilfprojekte im Allgemeinen, legen, da ein Großteil unserer Internet-Präsenz diese Inhalte thematisiert.

Dazu ist als erstes zu sagen, dass 51 Prozent der Flüchtlinge weltweit jünger als 18 Jahre alt sind. Anders gesagt: über 33 Millionen Kinder (!) sind weltweit auf der Flucht und benötigen dringend Hilfe, da es häufig schon an der Grundversorgung mangelt. (Quelle: bmz.de)

Wir als KinderRechteForum erhalten sehr viele (direkte) Anfragen zum Thema Flüchtlinge und versuchen grundsätzlich jedem Kind bzw. Jugendlichen zu helfen. Da ein Kind ein Recht auf den Erhalt einer vollständigen Familie, zu denen auch die Eltern und Geschwister, unabhängig von deren Alter gehören, unterstützt das KinderRechteForum in bestimmten Fällen die gesamte betroffene Familie.

In Flüchtlingsfällen kann die Öffentlichkeit informiert werden, da die Betroffenen in der Regel mit einer Veröffentlichung ihrer Fälle einverstanden sind. Bei anderen Themen hingegen handelt es sich z.B. um Sorgerechtsfälle, sexuellen Missbrauch oder das Thema Mädchenbeschneidung, weshalb aus Gründen der Fürsorge, sowie des Datenschutzes keine Berichterstattung erfolgt. Viele der betroffenen Personen, die sich an uns wenden, möchten nicht, dass man über ihre sehr persönlichen Angelegenheiten berichtet. Ein anderer Grund ist die Vermeidung von Rückschlüssen. Es gilt, die Betroffenen zu schützen und zu vermeiden, dass die (vermeintlichen) Täter über unsere Homepage oder ggf. andere Kanäle von unseren Bemühungen erfahren und sich somit die Situation des Kindes/Jugendlichen verschlechtert bzw. der Fall verkompliziert.

Andere Projekte, die wir öffentlich vertreten (können), ist z.B. unser Schulprojekt in der Freinet-Schule Köln. Informationen dazu findet ihr hier.

Macht mit!

Seit 2016 steht der Weltflüchtlingstag unter diesem Motto: Wir stehen zusammen #WithRefugees. Es zeigt, wie wichtig jeder einzelne von uns ist: Wir müssen als Weltbevölkerung zusammenhalten und uns in Notlagen unterstützen. Ihr fragt euch wie das geht? Es ist einfacher als ihr denkt, denn schon mit kleinen Gesten oder Aktionen kann man häufig sehr viel bewegen. Schaut doch einfach mal bei unseren Projekten vorbei oder schreibt uns direkt an, falls ihr eigene Ideen habt 🙂

Annika Fischer

Annika Fischer

Leiterin Online-Abteilung

Annika ist seit Dezember 2016 bei uns. Zurzeit macht sie ihren Master in Management und Marketing in Duisburg. Zuvor hat sie erste Berufserfahrungen in der Hotellerie und in einer Marketingagentur gesammelt. Beim KRF leitet Annika die Online-Abteilung und kümmert sich vor allem um unsere Auftritte in sozialen Netzwerken, sowie um unsere Webseite.

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