Kindermedienschutz

Im Rahmen der Projektreihe „Kinderrechte in der digitalen Welt“ bieten wir zum Thema Kindermedienschutz zweistündige Online-Kurse für Eltern über Zoom an. Innerhalb der Kurse wird es sowohl um Medienerziehung als auch um die Möglichkeiten zum Schutz von jungen Kindern gehen. In diesem Zusammenhang werden die Teilnehmenden über Sicherheitseinstellungen als Hilfsmittel zur Medienerziehung aufgeklärt, sollen aber auch die Möglichkeit bekommen, sich miteinander über Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam über Fragestellungen oder Vorstellungen bezüglich der Mediennutzung zu diskutieren.  

Dazu wird es einen kostenlosen* Online-Kurs für Eltern von Grundschulkindern geben: Wie sie als Eltern den Einstieg in die Medienwelt sinnvoll begleiten können. Außerdem wird sich ein kostenloser* Online-Kurs an Eltern von Kindern auf weiterführenden Schulen richten: Wie Sie Ihr Kind im Umgang mit digitalen Medien unterstützen können“. (*Kostenlos bedeutet nicht, dass hierfür keine Kosten entstehen, daher freuen wir uns über eine Spende im Rahmen der Anmeldung.)

Seit 1999 führt der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest regelmäßig eine Basisstudie zum Stellenwert der Medien im Alltag von Kindern (6 bis 13 Jahre) durch: die „Kindheit-Internet- Medien“ Studie (KIM-Studie). Laut dieser nutzen lediglich 26 Prozent der Eltern technische Hilfsmittel wie Jugendschutzfilter, um ihre Kinder bei der Benutzung ihres Computers oder Laptops vor Gefahren abzusichern (Stand 2018). 

Vor diesem Hintergrund soll es im Rahmen des Online-Kurses unter anderem um Filterprogramme gehen. Neben der Vorstellung eines Jugendschutzpogrammes geht es aber um Internetfilterprogrammen, die stark in die Privatsphäre der Kinder eingreifen und daher nicht verwendet werden sollten. Zudem sollen auch andere Möglichkeiten des Kindermedienschutzes vermittelt werden. 

Die Option, Kindersuchmaschinen zu installieren, wird in dem Kurs für Eltern von Grundschulkindern einen weiteren inhaltlichen Schwerpunkt darstellen. Sie sind dafür da, Kindern eine alternative Suchfunktion zu bieten, werden jedoch kaum genutzt. Laut einer Studie des DJI nutzen über 50% der befragten 6-13-Jährigen bevorzugt Google. Das liegt daran, dass viele gar nicht über Kindersuchmaschinen Bescheid wissen oder nicht zwischen internen und externen Suchmaschinen unterscheiden können. Wir empfehlen allen Kindern bis zu 12 Jahren die Nutzung von Kindersuchmaschinen wie fragFINN oder Blinde Kuh, da 

1.

die Nutzung der Kindersuchmaschinen Schutz vor gewaltverherrlichenden, vulgären und pornografischen Inhalten und somit Sicherheit bietet

2.

simple Formulierungen von Texten den Kindern das Verständnis erleichtern (z. B. auf informativen Webseiten)

3.

durch die Überprüfung von spezialisierten Redakteuren Webseitenblockiert oder gelöscht werden, die Trojaner, Viren oder sonstige Malware enthalten

In dem Kurs für Eltern von Kindern auf weiterführenden Schulen hingegen wird ein starker Fokus auf der Einrichtung von altersgerechten Einstellungen auf den meistgenutzten Social-Media-Apps wie Instagram oder Snapchat liegen. Um Kinder und Jugendliche bei der Verwendung dieser Plattformen vor Gefahren zu schützen, werden die Teilnehmenden über folgende kindergerechte Einstellungen auf sozialen Netzwerken aufgeklärt:  

1.

Verwaltung der Privatsphäre, da das Privatleben der Kinder auch auf Social-Media-Kanälen zu schützen ist und sich Kinder und Jugendliche im Netz sicher fühlen sollen 

2.

Verwaltung der Interaktionen, um Kinder vor Belästigung und Cybermobbing zu schützen und darüber aufzuklären, wie sie gegebenenfalls damit umgehen und dagegen vorgehen können.

3.

Verwaltung der Nutzungszeit bereits im frühen Kindesalter, da viele Kinder (fast) täglich ein Handy und noch mehr täglich das Internet nutzen.

Besonders wichtig ist uns bei der Durchführung des Online-Kurses, ein Bewusstsein zu schaffen, dass Sicherheitseinstellungen und Kinderschutzsoftwares nicht ausreichend schützen und keineswegs einen Ersatz zur Medienerziehung darstellen. Wir wollen vermitteln, dass die eigene Erziehung des Kindes zu einer kompetenten und kritischen Mediennutzung, mit Fokus auf Kommunikation und gegenseitiges Vertrauen, im Vordergrund stehen sollte. 

Projektkontakt

Jana Kieseyer 
Projektassistenz „Kindermedienschutz“
Fachbereich Programme & Projekte
E-Mail: projekte@kinderrechteforum.org
Tel: +49 (0)221 999871-29

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