Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit

„Bei allem was man tut das Ende zu bedenken, das ist Nachhaltigkeit.“ – Eric Schweitzer

Der Begriff Nachhaltigkeit zählt zu den strapaziertesten Begriffen unserer Zeit. Und das ist auch gut so. In Verbindung gebracht wird der Begriff vor allem mit aktuellen Herausforderungen, wie dem Klimawandel, der Umweltverschmutzung oder dem Artensterben. Insbesondere für Kinder und Jugendliche gewinnen solche Themen immer mehr an Präsenz und Relevanz. Doch was versteht man eigentlich unter Nachhaltigkeit? Einfach gesagt spricht man von Nachhaltigkeit dann, wenn es um die langfristige Wirkung einer Handlung geht. Was heißt das und kann man Nachhaltigkeit eigentlich messen?

 

Was bedeutet Nachhaltigkeit überhaupt?

Hinter dem Begriff Nachhaltigkeit verbirgt sich der Ansatz, vorhandene Ressourcen so zu nutzen, dass eine dauerhafte Bedürfnisbefriedigung gewährleistet wird, ohne dabei die natürliche Regenerationsfähigkeit beteiligter Systeme zu gefährden. Im Duden heißt es: Nachhaltigkeit ist ein „Prinzip, nach dem nicht mehr verbraucht werden darf, als […] künftig wieder bereitgestellt werden kann.“ In der Forstwirtschaft kann das zum Beispiel bedeuten, dass nicht mehr Bäume gefällt werden sollten, als Bäume nachwachsen können. Aber nicht nur in der Forstwirtschaft spielt nachhaltiges Handeln eine wichtige Rolle. Denn um eine nachhaltige Entwicklung in unserer Welt zu erreichen, müssen alle Systeme einer Gesellschaft berücksichtigt werden.

Die drei Säulen der Nachhaltigkeit

Ökologie, Wirtschaft, Soziales. Das sind die drei Säulen der Nachhaltigkeit, an denen sich Unternehmen und Privatpersonen orientieren können, wenn es darum geht, Möglichkeiten für nachhaltiges Handeln zu identifizieren. Ihren Ursprung haben die drei Säulen der Nachhaltigkeit in den 1990ern, als sie erstmals im Rahmen der Agenda 21 formuliert wurden. Mit dieser verfolgen teilnehmende Staaten das Ziel, nachhaltige und zukunftsträchtige Entwicklungen voranzutreiben – auch Deutschland beteiligt sich. Grundgedanke hinter den drei Säulen der Nachhaltigkeit ist die Annahme, nachhaltige Entwicklungen nur dann erzielen zu können, wenn ökologische, wirtschaftliche sowie soziale Themenschwerpunkte gleichermaßen, sprich gleichzeitig und gleichberechtigt, angegangen werden.

Ökologie, die erste der drei Säulen, ist umweltbezogen und umfasst vor allem die natürlichen Ressourcen unserer Erde, die es zu schonen gilt. Darunter fällt der bewusste Umgang mit endlichen Ressourcen, also denjenigen Ressourcen, die unserem Planeten nur begrenzt zur Verfügung stehen, wie Wasser oder Energie. Im Bereich der Wirtschaft geht es um die Art und Weise, wie Unternehmen Gewinne erzielen: Der Fokus soll auf langfristigen Strategien, statt der reinen Profitorientierung liegen, um fairen Handel zu gewährleisten und Ausbeutung zu verhindern. Die soziale Nachhaltigkeit fordert dazu auf, im Sinne des Gemeinwohls zu handeln, die Würde des Menschen zu achten und Benachteiligung zu vermeiden. Beispiele für soziale Nachhaltigkeit sind faire Löhne, die Berücksichtigung von Arbeitnehmerinteressen und berufliche Entfaltungsfreiheit.

Bewertung und Messbarkeit von Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit ist für viele Menschen nicht greifbar. Die Frage nach dem „Wieso?“ hört man in diesem Zusammenhang oft:

Wieso sollte ich mich in meinem persönlichen Handeln einschränken? Ich alleine kann den Klimawandel doch nicht abwenden.

Wieso sollte ich mehr Geld für faire Bioprodukte ausgeben, wenn es das gleiche Produkt zum halben Preis im Discounter zu kaufen gibt?

Nachhaltiges Wirtschaften wirkt sich bestimmt negativ auf den Unternehmenserfolg aus. Wieso sollten Unternehmer also Gewinneinbrüche riskieren?

Peter Drucker, ein US-amerikanischer Ökonom österreichischer Herkunft und Pionier der modernen Managementlehre ist bekannt für seine vielzitierte Aussage: „You can’t manage what you can’t measure.“ – „Du kannst nicht steuern, was du nicht messen kannst.“ Eine Aussage, die wir auch hier für passend empfinden. Denn sobald die Wirkung einer Handlung sichtbar wird, fällt es leichter, sie zu verändern. Tatsächlich ist es aber gar nicht so einfach, nachhaltiges Handeln messbar zu machen. Eine sehr gute Möglichkeit, um aufzuzeigen, wie nachhaltig Privatpersonen oder Unternehmen leben, ist – wie wir finden – der sogenannte „Footprint Calculator“. Der Footprint Calculator (deutsch: Fußabdruckrechner) berechnet den ökologischen Fußabdruck eines Individuums oder einer Institution, indem die verbrauchten Ressourcen der Anwender den tatsächlich vorhandenen bzw. erneuerbaren Ressourcen unserer Erde gegenübergestellt werden. Den eignen ökologischen Fußabdruck kannst du hier berechnen.

Was hat das mit Kinderrechten zu tun?

Zu den wichtigsten und bekanntesten Rechten der UN-Kinderrechtskonvention zählen unter anderem das Recht auf Leben, das Recht auf ein sicheres Zuhause oder das Recht auf Freizeit, Spiel und Erholung. Was hat Nachhaltigkeit mit diesen und weiteren Rechten von Kindern zu tun? Im Grunde ist es ganz einfach: Wir müssen JETZT Ressourcen schonen, sorgfältig wirtschaften und friedlich miteinander leben, um eine für zukünftige Generationen eine gute Lebensqualität zu gewährleisten. Unser Handeln heute beeinflusst die Kinder von morgen unmittelbar. Und solange wir nicht aufhören, unsere Erde auszubeuten, kann nicht sichergestellt werden, dass alle Rahmenbedingungen gegeben sind, damit Kinder ihre Rechte leben und in einer gesunden und starken Gesellschaft aufwachsen können.

Eine gute Möglichkeit, um auf die Relevanz von nachhaltigem Handeln aufmerksam zu machen, sind die inzwischen weltweit bekannten „Fridays for Future“-Demonstrationen, die erstmals von Greta Thunberg, einer jungen Klimaaktivistin, ins Leben gerufen wurden. Denn auch Kinder haben ein Recht auf Meinungsfreiheit. Um Kinder und Jugendliche bei ihrem Kampf für eine lebenswerte Zukunft zu unterstützen, stellt das KinderRechteForum Befreiungsanträge zur Abgabe bei Schulen und Unis für die Teilnahme an den Streiks zur Verfügung. Alle Infos rund um dieses Thema findest du hier.

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