#ehrengemüse

Wir möchten die Kinder und Jugendlichen befähigen und ermutigen, die eigene Lebenswelt besser zu verstehen und mitzugestalten – gerechter, gesünder und ressourcenschonender. Das Projekt #ehrengemüse soll dies umsetzen, es soll im November 2019 starten. Wöchentlich möchten wir etwa zwei bis vier AGs anbieten für Schüler*innen zwischen 10 und 16 Jahren aus sozial schwächeren Stadtteilen. 

1,9 Millionen Kinder im Alter von 3 und 17 Jahren in Deutschland sind übergewichtig oder adipös. Ein schlechtes Essverhalten in der Kindheit fördert nicht nur Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Knochenschwäche und sich auf die Konzentration auswirken, sondern kann auch das Selbstwertgefühl negativ beeinflussen. Gerade Kinder aus finanziell benachteiligten Familien bekommen eher Fastfood und Limonade anstatt Obst und Vollkornbrot von ihren Eltern. Denn Hartz IV reicht, mit 2,77 € am Tag für Kinder unter 6 Jahren und 3,93 € für Kinder bis 14 Jahren, für eine gesunde Ernährung nicht aus. Günstigem Essen fehlt es häufig an Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen. Statistisch gesehen nimmt die Mikronährstoffmenge mit dem Preis der Nahrung ab, wobei der Energiegehalt zunimmt. Bei Nährstoffmangel drohen dem Kind Entwicklungsstörungen im körperlichen Wachstum und in der geistigen Entwicklung. 

Um der Chancengleichheit von Kindern in Köln ein Stück näher zu kommen, möchten wir eine Nachhaltigkeits-Schul-AG gründen. Diese soll insbesondere Kindern aus finanziell schwächeren Familien zugutekommen. Die Kinder und Jugendlichen sollen hier die Natur und ihren eigenen Lebensraum näher kennenlernen, wie man mit diesem achtsam umgeht und wie viel Spaß die Betätigung im Freien macht. Gleichzeitig sollen sie ihr Recht auf Gesundheit und eine gesunde Ernährung erfahren und wahrnehmen. Das Projekt trägt den Namen #ehrengemüse. Dieser leitet sich von dem Jugendwort des Jahres 2018 „Ehrenmann/Ehrenfrau“ ab und soll ausdrücken, dass die Mitglieder der Arbeitsgruppe ehrenhafte junge Menschen sind, die verantwortungsvoll mit ihrer Umwelt umgehen. Somit möchten wir Klimaschutz und gesunde Ernährung verbinden. 

Konkret soll eine regelmäßige Arbeitsgruppe aus Kindern und Jugendlichen entstehen. Diese trifft sich vorwiegend im NeuLand Köln unter Betreuung des KRFs. Das NeuLand ist ein Gemeinschaftsgarten, der mit dem Zweck der Volksbildung, des Umwelt- und Naturschutzes und des bürgerschaftlichen Engagements, gegründet wurde. Dort sollen die Gruppenmitglieder lernen, wie man selbst Obst und Gemüse anpflanzen kann. Außerdem können sie das dort ansässige Bienenvolk und die Bedeutung des Schutzes auch der kleinsten Lebewesen kennenlernen. Neben dem Bepflanzen des Gartens und des Erntens dessen, sollen dort noch viele andere wichtige Themen in Bezug auf die Nachhaltigkeit besprochen werden. Beispielsweise lernen die Mitglieder wie man die selbst geernteten Lebensmittel konservieren und weiterverarbeiten kann. Zudem sollen Näh-, Do-it-yourself-, Foodsharing- und „Upcycling“-Workshops angeboten werden, um den Kindern einen ressourcenschonenden Umgang beizubringen und gleichzeitig die gegebenen finanziellen Nachteile zu überwinden. Um die Arbeitsgruppe auch im Winter und bei schlechtem Wetter aufrecht zu erhalten, plant das KRF weitere Maßnahmen. So sollen beispielsweise eine Mülltrennungsanlage, eine Kläranlage besucht, gemeinsam mit den angebauten Lebensmitteln gesund gekocht und ein Flohmarkt organisiert werden.