Am 16. Januar 2021 fand zum zweiten Mal unser Online-Kurs zum Thema Kindermedienschutz für Eltern, Erziehungsberechtigte und pädagogische Fachkräfte statt. Wir haben uns sehr über die große Zahl an Anmeldungen gefreut – bereits einige Tage vor Veranstaltungstermin war der Kurs ausgebucht.

Die gute Nachricht: wir werden weitere Kurse zu diesem Thema anbieten! Alle Infos dazu gibt es auf unserer Website, über Social Media (Instagram, Facebook, Twitter) oder in unserem Newsletter. 

Wie relevant das Thema „Kindermedienschutz“ insbesondere in Zeiten von Corona und Homeschooling ist, ist uns im Laufe des Kurses einmal mehr bewusst geworden. Eltern und Erziehende sind sich unsicher: wie viel Kontrolle ist richtig? Wie viel Zeit sollte mein Kind online verbringen und was ist zu viel? Und auch, wenn eine endgültige Antwort auf diese Fragen schwer zu geben ist, so ist der Austausch mit anderen Eltern, Erziehenden, aber auch Fachkräften umso wertvoller und hilfreich dabei, den für das Kind individuell passenden Weg im Umgang mit sozialen Medien zu finden 

„Wie viel Zeit verbringt ihr Kind auf Social Media?“, haben wir wir die Kursteilnehmer*innen zu Beginn des Workshops gefragt. 

Das Ergebnis: die Mehrheit der Kinder verbringt um die 180 Minuten online. Bereits an diesem Punkt ergaben sich wertvolle Fragen:

  • Inwieweit wirkt sich der Lockdown auf diese Zeit aus?
  • Zählt Homeschooling auch zur Online-Zeit?   

Spannend zu sehen war in diesem Zusammenhang, wie Diskussionen innerhalb der Online-Videoplattform Zoom wechselseitig über die Chat-Funktion und mündliche Meldungen entstehen. 

Zentrales Thema war zunächst die Wichtigkeit von Medienerziehung in Verbindung mit offener und ehrlicher Kommunikation. Hierzu wurde den Teilnehmenden eine Vorlage für einen Mediennutzungsvertrag zur Verfügung gestellt. Dieser kann mit dem Kind zusammen abgeschlossen werden und hält Regelungen fest, die bei der Nutzung des Internets durch das Kind zu beachten sind, aber auch, wie Eltern und Erziehende sich dem Kind gegenüber verhalten sollten, sodass es sich gesehen und respektiert, aber nicht alleine gelassen fühlt. Das Ganze fußt auf einer Ebene des Vertrauens und der Ehrlichkeit. Es soll erreicht werden, dass das Kind bei jedem Problem, jeder Unsicherheit oder Frage auf die Eltern und Erziehenden zukommen kann und Eltern sowie Erziehende in ihrer schützenden Position dennoch den Freiraum und die Privatsphäre des Kindes respektieren und anerkennen.

Wie viele Mediennutzungsverträge wohl in der letzten Woche schon geschlossen wurden? 

Anschließend klärten wir die Teilnehmenden über Sicherheitseinstellungen in sozialen Medien auf, die zusätzlichen Schutz für Kinder bieten können. Es ist oft gar nicht so einfach, die richtigen Kreuzchen in den Einstellungen der Apps zu setzen, um unnötige Sicherheitslücken zu vermeiden. Orientierung bieteein Leitfadender den Teilnehmenden im Anschluss zugesandt wurde und bei der Einstellung der Apps zu Rate gezogen werden kann. Denn auch wenn sich Kinder auf ihren Social Media Plattformen und Accounts vermeintlich bestens auskennen, so kann es für Eltern doch oft ein Wirrwarr aus Bildern, Emojis und Buttons sein. Hier wollten wir Licht ins Dunkel bringenDenn dies erleichtert die Kommunikation mit den Kindern über Social Media und über die Gefahren wie auch Möglichkeiten, die sich dort verbergen. Hierzu gibt es zahlreiche kindgerechte Online-Plattformen, die wir mehr in das Blickfeld der Teilnehmenden rücken wollten. 

Die offene Diskussionsrunde zum Ende öffnete einen Raum für spannende Gespräche, inspirierende Ideen und Anregungen für zukünftige Kurse:

„Bei der nächsten Präsentation könnte man die Funktion des Blaufilters erwähnen, um gegen die Bildung des Melatonins entgegenzuwirken. Ich selbst benutze es abends immer, um zur Ruhe zu kommen und bei Kindern könnte es auch wichtig sein. Ansonsten fand ich es klasse, super angenehmer Vortrag und vielen Dank!“

„Vielen Dank, das war meine erste Begegnung mit euch, aber sicher nicht die letzte! Ganz wichtiges Thema!“, sagt eine Teilnehmerin zum Abschied.“

Weitere Informationen rund um den Online-Kurs „Kindermedienschutz“ und die gesamte Projektreihe „Kinderrechte in der digitalen Welt“ gibt es hier:

ÜBER DAS KRF

Das KRF ist eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in Köln und setzt sich seit 2014 für die Verwirklichung von Kinderrechten ein. Der Fokus liegt dabei auf den Themen Demokratie, Gesellschaft, Nachhaltigkeit und Digitalisierung.  

Verfasserin

Lea Willems  
Fachbereich Programme & Projekte  
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